Riva del Garda? Wunderschoene!

E ingepresst in die Berge,
umgeben von einem gewaltigen
Gebirgsmassiv,
so präsentiert er sich im Norden. Mit
bloßem Auge ist das gegenüberliegende
Ufer zu sehen; auch bei tristem
und diesigem Wetter. Er erstreckt sich
Richtung Süden, wobei er sich nach
einem Drittel des Weges in die sich
öffnenden Ebene ergießt und sehr
breit wird. Die andere Uferseite ist
nur zu erkennen, wenn es wirklich
klar ist, was selten der Fall ist. Lediglich
nach einem Gewitter scheint die
Luft kristallklar zu sein, ansonsten
herrscht besonders im Sommer diesiges
Wetter vor, was ein gutes Zeichen
ist, denn dann bleibt es schön und
sonnig. Wenn man ihn auf der Landkarte
betrachtet, ähnelt sein Umriss
einer Hexe mit langer Mütze im Profil.
Wobei die Hakennase die Bucht von
Salò darstellt. Der Gardasee ist Italiens
größter und beliebtester See, nicht
nur bei den Einheimischen, sondern
besonders auch bei den Münchnern,
die gerade den Norden des Sees als
zweite Heimat betrachten. Kein Wunder,
es sind gerade mal 400 Kilometer
von München bis zu den bekannten
Orten Riva oder Torbole. Bei günstiger
Verkehrslage bedeutet das in etwa
vier Stunden Fahrzeit – da ist ein Wochenendausflug
vorprogrammiert.
Der Gardasee steht unter Verwaltung
von drei Bezirken: Trentino,
Lombardei (Brescia) und Venetien
(Verona). Dabei dürfen das Trentino
den Norden, die Provinz Brescia den
Westen und Teile des Südens und
schließlich die Provinz Verona den
Osten und ebenfalls Teile des Südens
die Geschicke der ihnen anvertrauten
Regionen lenken.
Entstehung & Name
Die Römer besiedelten den See ca. 200
Jahre vor Christus und nannten ihn
„Lacus Benacus“, benannt nach einer
keltischen Gottheit, der hier eine blauhaarige
Nymphe verführt haben soll.
Benacus hatte, so erzählt es die Sage,
einst das Meer verlassen und streifte
durch die Welt. Dabei führte ihn seine
Reise auch in die magische Bergwelt
des Monte Baldo. Hier wohnte die
Bergnymphe Engadina, in deren blaues
Haar sich Benacus sofort verliebte.
Kurzer Hand entführte er die Schönheit,
die fürchterlich an Heimweh
leidete und vor Sehnsucht nach Ihrer
Bergwelt mit kleinem Bergsee und Almen
fast verging. Benacus versprach,
ihr einen größeren See zu schenken
und rammte seinen Dreizack in die
Felsen. Sofort strömte klares Wasser in
die Schlucht und Benacus ließ es zu einem
riesigen See aufstauen. Von Glück
erfüllt gab sich Engandina ihrem Wassergott
in den Fluten des Sees hin und
schenkte dem Wasser das tiefe Blau ihrer
Haare. Das Kind, dass sie Benacus
gebar, nannten sie Garda.
Der heutige Name des Sees kommt
allerdings aus dem Germanischen. Namensgeber
ist der gleichnamige Ort,
der ursprünglich eine mittelalterliche
Burg besaß, die auf einem Felsen stand.
Da das germanische „Garda“ soviel wie
„Warte“ oder „Beschützerin“ bedeutet,
bekam der Ort unter der Burg seinen
Namen und diente dann später als Namensgeber
des ganzen Sees. Der Name
„Benacus“ ist aber nicht verschwunden,
sondern findet sich rund um den
See als Hotel-, Restaurant- oder Stra-
ßenbezeichnung wieder. Und auch
beim Ort „Torri del Benaco“ taucht der
keltische Wassergott wieder auf.
Der Gardasee ist nicht nur der beliebteste,

sondern auch der größte See Italiens.
Entstanden ist er durch den „Rhä-
tischen Gletscher“ aus vergangener
Eiszeit. Dabei schürfte der Gletscher
beim Vorankommen ein tiefes Tal in
den Boden. Nach dem Abschmelzen
füllte sich dieses dann mit dem Süß-
wasser des abtauenden Gletschers. Spuren
dieses Ereignisses kann man noch
heute sehen, insbesondere durch die
Endmoränen in der Nähe des Südufers,
beispielsweise bei Lonato del Garda,
Valeggio sul Minicio oder Custoza. An
den Ufern des fischreichen Sees errichteten
Menschen bereits vor ca. 4.000
Jahren Pfahlbauten. Doch schon lange
vor der ersten Besiedlung der Gegend
müssen die ersten Jäger und Nomaden
Europas das Gewässer gekannt haben.
Denn 150 km nördlich des „Benacus“
starb vor 5.400 Jahren ein Mann der
Kupfersteinzeit, der in unseren Tagen
als „Ötzi“ Weltruhm erlangte.
Der nördliche Teil des Gardasees unterscheidet
sich sehr vom südlichen.
Der Norden des Sees ist zwischen steil
aufragenden Berghängen eingekeilt
und es weht ein konstanter Wind. Das
östliche Seeufer wird vom 2.079 m hohen
Bergrücken des Monte Baldo überragt.
Der südliche Bereich des Gardasees
besticht durch seine sanften Hügel
mit Weinreben und Olivenhainen,
sowie das breite Seeufer mit den leicht
zugänglichen Badestränden. Hier gibt
es herrschaftliche Villen, umgeben von
Zypressen, Bougainvillea, Oleander
und Palmen. Der Gardasee hat zu jeder
Jahreszeit seinen Reiz und bietet
für jeden Besucher interessante, spannende
und erholsame Momente. Der
Norden ist den Wassersportlern, Bergsteigern
bzw. –wanderern und Mountainbikern
gewidmet. Hier bekommt
man alles was das Herz begehrt. Segler
und Surfer haben den ganzen Tag
Wind und können so optimal ihrem
Hobby frönen. Für Bergfreunde gibt es
im Hinterland unzählige Klettersteige
und Wanderwege und die Radler unter
den Besuchern können sich auf ein
weit gefächertes Angebot an Fahrradrouten
freuen. Das Klima ist dank der
geschützten Lage submediterran. Die
Sommer sind heiß und die Winter
mild und niederschlagsarm.
Rundreise um den See
Am Gardasee hat der Tourismus stark
zugenommen bzw. die Oberhand gewonnen.
Gerade der Norden und die
Ostseite des Sees sind fest in Touristenhand.
Kein Wunder, befinden sich doch
dort die malerischen und bekanntesten
Orte, wie Riva, Torbole oder Malcesine.
Letzteren hat bereits Goethe auf
seiner „italienischen Reise“ bewundert
und lieben gelernt. Aber es gibt sie
noch, die kleinen, faszinierenden und
verhältnismäßig ruhigen Ecken. Man
muss sich nur auf den Weg machen und
abseits der Touristenrouten auf Entdeckungstour
gehen. Um den See und
seinen Flair ohne viel Brimborium zu
erleben, empfiehlt es sich außerhalb der
Hauptreisezeit im Sommer, zu fahren.
Der Herbst, aber gerade der Frühling
hat seinen besonderen Reiz. Wer in dieser
Zeit an der Küstenstraße, besonders
der Gardesana Occidentale am Westufer
entlangfährt, sollte unbedingt das
Autofenster öffnen, um den betörenden
Duft der Blüten zu ergattern. Aber
die Strecke hat es in sich und ist geprägt
von vielen, zum Teil engen Tunneln. Bis
in die heutige Zeit ist der westliche Abschnitt
der Gardesana Occidentale ein
Zeichen besonderer Straßenbaukunst
unter schwierigen landschaftlichen Bedingungen
und konnte sich einen Teil
ihrer romantischen Ursprünglichkeit
bewahren.
Urlauber, die mit dem Pkw in den Urlaub
zu den Hotels am Gardasee über
die Traumstraße Gardesana Occidentale
anreisen, bekommen so direkt schon
bei der Hinfahrt einen ersten Eindruck
von der Schönheit und der Natur rund
um den Gardasee in Italien. Das Gegenstück
ist die Gardesana Orientale
am Ostufer. Sie verbindet Torbole im
Norden und Peschiera im Süden. Dieser
Streckenabschnitt wird auch Riviera
degli Olivi genannt.
Die Küstenstraße rund um den See
ist ca. 160 km lang. Für eine Seeumrundung
sollte man genügend Zeit
einplanen. Bevor die Küstenstraße gebaut
wurde, konnte man die einzelnen
Ortschaften nur per Schiff erreichen,
was zeitweilig recht abenteuerlich sein
konnte. Erst als die österreichischen
Truppen 1918 das Trentino verlassen
hatten, begann man mit dem Bau der
beiden Straßen, über die man nun mehr
oder weniger bequem den Süden des
Sees erreichen kann.
Optimale Anreise
Bei der Anreise in den Norden und
Westen des Sees, nimmt man am besten
die Autobahnausfahrt „Rovereto
Süd“ und folgt der Beschilderung
Richtung Nago, Torbole oder Riva.
Landschaftlich sehr schön ist auch der
Weg über Arco, einem alten Dorf mit
antiker Burg. In diesem Fall geht es
dann bereits bei Trento von der Autostrada
ab. Wer allerdings direkt in den
Osten bzw. Südosten will, sollte auf der
Autobahn verweilen und bei Affi abfahren.
Der Weg zum See führt dann
nach Garda oder Torri del Benaco. Wer
nach Westen will, aber die lange Tunnelstrecke
meiden will, dem bietet sich
hier eine Alternative mit der Autofähre
von Torri del Benaco nach Maderno.
Diese fährt in der Hauptsaison jede
Stunde, allerdings nur tagsüber.
Der Gardasee ist immer eine Reise
wert. Selbst im Winter zeigt er seinen
besonderen Reiz und ist von Touristen
kaum frequentiert. Je nach Jahreszeit
und/oder Wetterlage zeigt sich der
See in unterschiedlicher Farbenpracht.
Die Palette reicht dabei von Tiefblau,
über Türkis und sanftem Grün. Und
wenn sich in einer Vollmond-Nacht
der Himmelskörper in dem sich leicht
kräuselnden Wasser spiegelt, ist Romantik
pur angesagt.


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